Offener Brief zur Verteidigung und Aufrechterhaltung der Neutralität Österreichs

Offener Brief zur Verteidigung und Aufrechterhaltung der Neutralität Österreichs
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Offener Brief zur Verteidigung und Aufrechterhaltung der Neutralität Österreichs

Offener Brief zur Verteidigung und Aufrechterhaltung der Neutralität Österreichs

An die Bevölkerung Österreichs

Die Unterzeichner*innen des offenen Briefes „Unsere Neutralität – unsere Sicherheit“ erwarten von Bundespräsident Van der Bellen, der Bundesregierung, dem Nationalrat und allen öffentlichen Institutionen, die immerwährende Neutralität Österreichs einzuhalten und zu schützen. Österreichs Neutralität muss nicht „überdacht“, sondern mehr denn je aktiv gelebt werden. Unsere Volksvertreter*innen sind angehalten, sich an die Neutralität zu halten, sodass Österreich nicht wieder in einen Krieg hineingezogen wird.  90% der Österreicher*innen sind für die immerwährende Neutralität Österreichs! Anlässlich der Bundespräsidentenwahl richten wir dieses Schreiben insbesondere auch an Bundespräsidenten Van der Bellen.

Österreichs immerwährende Neutralität ist heute, gerade in Zeiten von heißen Kriegen, wichtiger denn je! Der Krieg Russlands gegen die Ukraine, ein Verstoß gegen das Völkerrecht und das Minsker Abkommen, ist durch nichts zu rechtfertigen und entschieden abzulehnen. Dieser Krieg, der unsägliches Leid, Verletzte, Tote und Zerstörung verursacht, ist sofort zu stoppen. Beide Seiten müssen unverzüglich einen Waffenstillstand verhandeln!

Das Respektieren des Minsker Abkommens vom 12. Februar 2015 durch beide Kriegsparteien samt der schon einmal von Präsident Selenskyj ins Gespräch gebrachten Angebote an Moskau ‒ mögliche Neutralität, Einigung über die Anerkennung der Krim und Referenden über den zukünftigen Status der Donbass Republiken ‒ würden eine reelle Chance für einen Frieden bieten. Andernfalls droht ein lange währender Zermürbungs- bzw. Zerstörungskrieg, der in einen noch größeren Krieg münden kann.

Immer mehr wird sichtbar: Die Ukraine dient als Aufmarschgebiet und Schlachtfeld zwischen USA/NATO-Interessen in Europa und Russlands Interessen. Wir dürfen nicht auf einem Auge blind sein. Die Gefahr kommt nicht nur vom Osten, sondern auch vom Westen, von der USA/NATO- und EU-Militarisierung – inklusive des nun auch massiv aufrüstenden Deutschlands.

Immer mehr lassen sich die EU-Staaten in die USA/NATO-Aufrüstungs- und Kriegsspirale hineinziehen. Mit allen ökonomischen und sozialen Folgen und Lasten für die Bevölkerungen Europas. Die Krisenfolgen werden mehr denn je auf die Masse der Menschen abgewälzt. Nach den Folgekosten der Pandemie steigen nun die Preise für Wohnen, Lebensmittel, Energie enorm! Die riesige Teuerung der Lebenshaltungskosten ist für immer mehr Menschen nicht verkraftbar.

Österreich hat als immerwährend neutraler Staat die Chance, sich nicht in Aufrüstung und Krieg hineinziehen zu lassen. Es muss seinen beim EU-Beitritt erreichten Neutralitätsvorbehalt, d.h. keine Beistandspflicht im Kriegsfall, nicht erst bei noch größerer Gefahr für die österreichische Bevölkerung, sondern schon jetzt umsetzen. Das heißt: kein Mitmachen bei EU- und oder USA/NATO-Aufrüstung und Kriegsbeteiligung – weder direkt noch indirekt (z.B. durch die Genehmigung des Transits von Militärgerät und Waffenlieferungen durch Österreich zu Luft, Land oder Wasser; oder durch Mitfinanzieren von Waffenlieferungen über Österreichs EU-Mitgliedsgelder aus den diversen EU-Töpfen).

Putins völkerrechtswidriger Krieg in der Ukraine darf gerade im neutralen Österreich nicht dazu dienen, die Bevölkerung für die Kriege der Großmächte und Konzerne zahlen oder auch den Kopf hinhalten zu lassen. Denn in Wirklichkeit wird nicht um europäische Werte gekämpft, sondern um den Einfluss des westlichen Kapitals gegen das östliche Kapital. Jegliche Art des Mitmachens oder der Teilnahme verschlimmert den Krieg und macht Österreich überdies zur Kriegspartei.

In der österreichischen Verfassung ist die immerwährende Neutralität festgeschrieben. Das Bundesverfassungsgesetz über die  N e u t r a l i t ä t  Österreichs wurde am  26.  O k t o b e r 1955 im Nationalrat beschlossen. Im Artikel 1 heißt es:

„(1) Zum Zwecke der dauernden Behauptung seiner Unabhängigkeit nach außen und zum Zwecke der Unverletzlichkeit seines Gebietes erklärt Österreich aus freien Stücken seine immerwährende Neutralität. Österreich wird diese mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln aufrechterhalten und verteidigen.

(2) Österreich wird zur Sicherung dieser Zwecke in aller Zukunft keinen militärischen Bündnissen beitreten und die Errichtung militärischer Stützpunkte fremder Staaten auf seinem Gebiete nicht zulassen.“

Der Bundespräsident ist auf die österreichische Verfassung und damit auf die immerwährende Neutralität angelobt. Der Bundespräsident ist der Oberbefehlshaber des österreichischen Bundesheeres, das auf die Verfassung und damit auf die immerwährende Neutralität Österreichs vereidigt ist. Gerade jetzt, wo Krieg in Europa herrscht, erwarten wir vom Bundespräsidenten, allen Versuchen von verschiedenen Parteien und Interessenvertreter*innen oder Militärs, die österreichische Neutralität zu relativieren bzw. sogar aufzuheben, entschieden entgegenzutreten und alles daran zu setzen, dass sich Nationalrat, Bundesregierung, Bundesheer, alle öffentliche Institutionen an die immerwährende Neutralität halten!

Alle unsere Volksvertreter*innen sind auf die Verfassung und damit auf die immerwährende Neutralität vereidigt! Das heißt, sie haben dafür zu sorgen, dass Österreich nicht weiterhin an den EU-Aufrüstungsplänen, sei es an dem militärische Kerneuropa (SSZ), sei es an der EU-Militär-Zusammenarbeit (PESCO), teilnimmt. Das Bundesheer soll unsere immerwährende Neutralität schützen und nicht im Ausland mit EU-, NATO- oder USA-Kampftruppen für Großmachtinteressen und Konzernprofite das Leben österreichischer Soldaten riskieren. Das bringt unser Land in Gefahr, das ist mit Österreichs immerwährender Neutralität unvereinbar. Nur die Nichtteilnahme an Aufrüstung und Krieg von USA/NATO/EU oder anderer Mächte bringt unserem Land Sicherheit.

Die immerwährende Neutralität Österreichs wurde als Folge von zwei verheerenden Weltkriegen erklärt. Das entsprach dem Wunsch der österreichischen Bevölkerung, nicht mehr an Deutschland und/oder andere Großmächte bzw. Großmachtblöcke und Bündnisse angeschlossen zu werden, nicht mehr mitzumarschieren, nicht mehr für Großmachtinteressen – auf welcher Seite auch immer – in Kriege gezwungen zu werden oder gar sich selbst aktiv an Kriegen zu beteiligen. 90% der Österreicher*innen sind für die immerwährende Neutralität Österreichs!

Wir brauchen keine „neue Sicherheitsdoktrin“. Unsere Sicherheitsdoktrin heißt immerwährende politische, wirtschaftliche und militärische Neutralität. Und das ist gut so, ist einzuhalten und zu respektieren. Das heißt, auch den Willen der Bevölkerung zu respektieren. Alles andere ist undemokratisch.

Österreich kann und soll zu einer Ära der aktiven und engagierten Neutralitätspolitik auf Basis seiner immerwährenden Neutralität zurückkehren. Es kann wieder zu einem kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Brückenschlag zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd und damit zum internationalen Frieden beitragen.

Mehr Sozialstaat statt Aufrüstung und Krieg

Für ein immerwährend neutrales, unabhängiges und demokratisches Österreich

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Offener Brief zur Verteidigung und Aufrechterhaltung der Neutralität Österreichs

Wer diesen OFFENEN BRIEF unterstützen will, richtet die Unterstützungserklärung unter Angabe von Namen, Beruf (Tätigkeit), Betrieb, Funktion, E-Mail-Adresse bitte an: ggae@gmx.at

Wir informieren Sie dann weiter über Inhalte und Aktivitäten der Initiative

Herzlichen Dank!

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Liste der Erstunterstützer*innen

(Auszug, gereiht nach Einlangen, Stand 14. 9. 2022)

Dr. Eva Novotny, Erziehungswissenschaftlerin;

Univ.-Prof. Dr. Heinz Gärtner, Politologe Universität Wien, Vorsitzender Beirats des International Institute for Peace (IIP), Vorsitzender des Beirats für Strategie und Sicherheitspolitik der Wissenschafskommission beim Österreichischen Bundesheer;

Dr.in Birgitt Haller, Politologin, Wissenschaftliche Leitung Institut für Konfliktforschung (IKF);

Udo Bachmair, Bakk, Journalist, Präsident des Vereins für Medienkultur;

Dr. Klaus Renolder, Präsident der österreichischen Sektion der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War);

Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb, Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit, Universität für Bodenkultur;

Prof. Pascal Lottaz, PhD, Politologe;

Kaplan Franz Sieder, ACUS;

Alois Reisenbichler, Wiener Friedensbewegung; u.a. oder Kulturschaffende wie

Prof. Dr. h.c. mult. Peter Weibel, Vorstand Zentrum für Kunst und Medien (ZKM);

Franzobel, Schriftsteller;

Erika Pluhar, Schriftstellerin, Liedermacherin, Schauspielerin;

Erwin Steinhauer, Schauspieler, Kabarettist;

Chris Lohner, Journalistin, Autorin, Moderatorin;

Dr. Kurt Palm, Autor, Regisseur;

Margit Schreiner, Schriftstellerin;  

Prof. Dr. Andreas Pittler, Schriftsteller;

Mag. Georg Herrnstadt, Musiker, Regisseur, Schauspieler,;

Beatrix Neundlinger, Musikerin, Coach;

Erwin Riess, Schriftsteller;

Prof. Maga. art. Mitra Shahmoradi, Malerin und Poetin; u.a. …,

oder Gewerkschafter*innen und Betriebsrät*innen aus verschiedenen Bereichen und Branchen wie Druck- und Verlagswesen, Metall und Bergbau, Transport, Gesundheit, Energie wie:

Martin Müllauer, BRV Morawa Buch  und Medien GmbH;

Robert Wurm, ZBRV Postbus AG;

Dipl. Wirtsch. Ing. (FH) Erik Lenz, ZBRV AUVA

Markus Lippitsch, BRV AUVA, Landesstelle Graz;

DGKP Klaus Kronsteiner, BRV der Angestellten, AUVA Klosterneuburg (Weißer Hof);

Biomed. Analytikerin Kitz Beate, BRV der Angestellten, AUVA UKH Klagenfurt;

Reinhard Streinz, Ang.-BRV voestalpine Stahl GmbH, Landesvorsitzender GPA-OÖ;

Johann Hubmann, Konzern-BRV der Energie Steiermark;

DGKP Markus Simböck, Konzern-BRV Franziskanerinnen Vöcklabruck, Ang.BRV des KH St.  Josef GmbH, Gesundheitssprecher vida OÖ, Kammerrat AK OÖ;

Johann Palkovich, Landesvorsitzender der Pensionist*innen im ÖGB NÖ;

Johann Horner, ehem. Arbeiterbetriebsrat der voestalpine Stahl Linz; u.a. ..,

sowie weitere Unterstützer*innen:

Hofrat i. R. Dr. Christian Sapper MAS, Direktor des Finanz- und Hofkammerarchiv;

Senatspräsident i.R Dr. Dieter Derbolav, Oberlandesgericht Wien;

Helmut Schriffl, Diakon;

Pete Willmitzer, München;

Em.Univ.-Prof. DI. Dr. H. Peter Degischer, TU-Wien;

Gerhard Kofler, Friedensaktivist;

Prof. DIng. Alfred Kohlbacher, Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer Wien;

Mag. Ing. Martin Mair, Obmann Aktive Arbeitslose Österreich;

Univ. Doz. Dr. Peter Weish, Humanökologe, Forum Wissenschaft und Umwelt;         

Daniela Maria Span, Bildende Künstlerin;

Dr. Andreas Stückler, Sozialwissenschaftler;

Dipl. Päd. Dir. Herlinde Jaquemond, Volkschulleiterin;

Wolfgang M. Berger, Creative- und Artdirector, 3D-Artist;

Dr. Peter Leisch, Magistrat der Landeshauptstadt Linz, Abteilungsleiter Linz Kultur;

Dr. Leo GabrielJournalist, Anthropologe, Mitglied des Internationalen Rats des Weltsozialforums;

Univ. Prof. em. Brigitte Young, PhD, Prof. für Internationale Politische Ökonomie, Universität Münster;

Prof. Heidemarie Dobner, Globart;

Franz Sölkner, Steirische Friedensplattform;

Ingrid Luschin, Künstlerin;      

David Stockinger, Angestellter, Gemeinderat, Vorsitzender SPÖ Schwechat;            

Wolfgang Friedhuber, Friedensaktivist;               

Stefan Tichy, Sozialsprecher, Pensionistenverband Österreichs;

Dr. Erwin Buchinger, Bundesminister für Soziales a.D.;      

Initiative Aktiv neutral für Frieden, Sicherheit und Souveränität;

Dr. Georg Becker, Min.-Rat i.R. (BMWF, zuletzt BMVIT);

Leopold Kröll, Religionslehrer i.R., Gestaltpsychotherapeut;

Dr. Gerhard Stemberger, Soziologe und Psychotherapeut;  

Dr. Petra Seibert, Meteorologin, Assoz. Prof. i. R. an der Universität für Bodenkultur, Research Fellow, Universität Wien, Scientists for Future – Fachgruppe Klimakrise, Militär, Konflikt;

Univ.-Prof. (i.R.) Ing. Dr. phil.Dr.h.c. Verena Winíwarter, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Kommission für interdisziplinäre ökologische Studien, Scientists for Future, Fachkollegium;

Michael Gampe, freier Theaterregisseur und Schauspieler;

Heinz Harrich;

Josef Mühlbauer MA, Politikwissenschaftler, Friedensjournalist und Autor;

Renate Tupy, Pensionistin;

Mag.a Petra Radeschnig, Organisationsberaterin, Trainerin, Coach;            

Reinhard Bimashofer, Journalist;

Christine Beschaner, Akad. Malerin;

Dietmar Füssel, Schriftsteller;

Maria Honsig, Religionspädagogin;

Ingrid Wiesinger, Pensionistin;            

Veronika Rochhart, Steirische Friedensplattform;

Konrad Schön, Steirische Friedensplattform;

Johanna Aschenbrenner-Faltl, BI Fluglärm;

Gerald Schreiner, Jazzmusiker;

Harald J. Orthaber, Landschaftsökologe;

Dr. Alfred Fischl, Politikwissenschafter (ehem. BMBWK);

Dr. Martin Donner, Orthopäde;                       

Mag. Mathias Kautzky, Politologe, Autor, Journalist;

Ing. Fritz Fink, Bezirksrat;      

Ulrike Sellinger-Fleischmann, AHS Lehrerin i.R.;

Mag.a Jahanna Nekowitsch, BHMS-Lehrerin i.R.;

Mag. Elfie Fleck, Min-Rätin i. R. (BMWF);

Anne Rieger, Ko-Sprecherin des Bundesausschusses Friedensratschlag;

Monika Söllinger, Angestellte, PKA;            

Helmut Wiesinger, Theaterschaffender;

Mag.a Margit Leyrer und

Mag. Karl Leyrer;

 Liselotte Rubas, Pensionistin;

Babsi Geml, Psychotherapeutin, Mitglied der vidaflex;

Traudlinde Aigner, Pensionistin;

Dr. Josef Hoppichler, Agrar- und Ressourcenökonom;

Dr. Josef Witzani, Physiker;

Dr. Max Preglau, Univ. Prof. für Soziologie i.R., Universität Innsbruck;

Karl Wimmler, Autor, Graz;

Mag.a Beate Leyrer, Universitätslektorin;

Christiane Schmutterer-Bouhamidi;

Michaela Linsberger, Angestellte im Handel:

 u.a. …

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Silvio

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